OGV Obst- und Gartenkultur Vorarlberg

Obstbäume für Streuobst-Wiesen

OGV Landesverband am 01.02.2021

Wenn Schnee und Frost nachlassen, ist die richtige Zeit, Obstbäume zu pflanzen. Doch welche Bäume sind die richtigen?

Spindelbusch oder Hochstamm

Die Größe des Baumes ist natürlich abhängig von der Größe des Grundstückes. In kleinen Hausgärten greift man eher zu Obstbäumen, die auf schwachwachsende Unterlagen veredelt wurden und nicht allzu hoch werden. Sie werden in Spindelform gehalten und brauchen meist zeitlebens einen Pfahl. Solche kleinen Bäume lassen sich gut pflegen und tragen bald Früchte. Sie werden etwa 20 Jahre alt.

Hat man entsprechend Platz oder will man die Fläche zB als Grünland oder Spielwiese nutzen, nimmt man einen Hochstamm. Hier beginnen die ersten Seitenäste in 1,60 bis 1,80 Höhe. Man kann also halbwegs gut darunter durchlaufen oder -fahren. Hochstämme werden nach einigen Jahren auch ohne Pfahl standfest und leben je nach Obstart ca. 80-100 Jahre. Ihre Pflege wird mit zunehmender Größe schwieriger. Dafür liefern sie entsprechend größere Mengen Obst, zB zum Mosten oder Brennen.

Für Streuobstwiesen die erste Wahl.

Obstart und Obstsorte

Ob Apfel, Birne, Quitte, Kirsche oder Zwetschke hängt natürlich davon ab, was ich daraus machen will. Für Most und Saft eignen sich eher Apfel und Birne. Für Obstbrände zusätzlich auch Quitten, Kirschen und Zwetschken. Aber auch die Krankheitssituation macht einen Unterschied. In Feuerbrandgebieten sollte man Quitte und evtl. auch Birne eher meiden. Wo die Kirschessigfliege Probleme macht, sollte man besser keine Kirschen pflanzen. Weiters spielt der Standort eine Rolle: Birnen und Quitten sind eher wärmeliebend. Kirschen, Zwetschken und Äpfel wachsen auch in rauerem Klima. Kirschen und Zwetschken mögen keine nassen Böden, auch nicht zeitweise.

Innerhalb der Obstarten gibt es noch eine große Auswahl an Sorten, die man ebenfalls wieder auf die Nutzung, die Krankheitssituation und den Standort abstimmen kann. Übrigens: Dass eine Sorte eine „alte Sorte“ ist, macht sie nicht automatisch geeignet für eine Anpflanzung im Vorarlberg des 21. Jahrhunderts. Wie immer kommt’s halt drauf an.

Beispiele

Hier einige Sortenbeispiele, die in Vorarlberg verwendet werden können:

Tafeläpfel auf Spindelbäumen: Für den kleinen Apfelbaum im Hausgarten eignen sich zB Boskoop, Empire, Enterprise, Florina, Ladina, Reanda, Remo, Renora, Resi oder Rewena.

Mostäpfel: Bittenfelder Sämling, Boskoop, Chüsenrainer, Heimenhofer, Hordapfel, Relinda, Retina, Rheinischer Bohnapfel oder Schneiderapfel sind Sorten, die guten Most ergeben und nicht allzu feuerbrandanfällig sind.

Mostbirnen: Bayrische Weinbirne, Karcherbirne, Metzer Bratbirne, Rote Pichelbirne, Welsche Bratbirne und Wilde Eierbirne ergeben einen guten Most und kommen bei entsprechender Pflege normalerweise mit dem Feuerbrand zurecht.

Brennbirnen: Für gute Birnenbrände kommen in Feuerbrandgebieten bei entsprechender Pflege Hausbirne/Weißbirne (Husbira), Kieffers Sämling, Nägelesbirne, Palmischbirne oder Wahl’sche Schnapsbirne in Frage.

Zwetschken: Für Frischverzehr, Marmeladen, Brände etc. eignen sich Zwetschken gut. Sie bleiben eher kleiner als andere Obstarten. Der Standort darf aber nicht zu nass sein. Vielfältig verwendbar, bewährt und selbstfruchtbar sind die Hauszwetschke oder Hanita.

Kirschen: Wenn man keine Probleme mit der Kirschessigfliege hat, kann man auch Kirschen pflanzen. Sie sind frisch verzehrbar, ergeben aber auch gute Obstbrände, Kirschkuchen etc.  Kirschbäume mögen keine Staunässe. Für Hochstämme kommen zB die Große Schwarze Knorpelkirsche, die Hedelfinger Riesenkirsche oder Regina in Frage. Die meisten Kirschensorten brauchen eine passende zweite Sorte zur Befruchtung.

Walnuss: Die häufigen Spätfröste und die Walnussfruchtfliege machen den Walnüssen das Leben nicht leichter. Die Sorten Mars oder Geisenheim Nr. 26 sind wenig frostgefährdet, gering anfällig gg. Blattflecken und einigermaßen robust gg. die Walnussfruchtfliege.

Quitten haben in Vorarlberg aufgrund des Feuerbrandes keine guten Bedingungen und sollten nur in Ausnahmefällen gepflanzt werden. Auch die Sorte Cydora robusta scheint mit dem Feuerbrand nicht gut zurecht zu kommen.

Obstsorten für Höhenlagen

Über ca. 800 m wird es für Obstbäume eng. Das Merkblatt „Obstorten für höhere Lagen“ liefert hier Details und Möglichkeiten.

Die richtige Pflanzung

Wurzelnackte Bäume sollten beim Pflanzen einen Pflanzschnitt erhalten, bei dem zB beschädigte Wurzeln entfernt und der Krone einen Grundaufbau gegeben werden. Die Pflanzgrube wird ca. 1 m breit und 40 cm tief ausgehoben. Der Baum wird eingestellt und mit der lockeren, evtl. mit etwas Kompost oder verrottetem Mist vermischten Erde eingepflanzt. Ein Pfahl stützt den jungen Baum. Details im Merkblatt zur Pflanzung von Hochstamm-Obstbäumen.

Beide Merkblätter können bei uns angefordert oder herunter geladen werden unter https://vbg.lko.at/downloads+2500++1302707. Ansprechpartner für Rückfragen und nähere Infos: DI (FH) Ulrich Höfert, T 05574/400-230, E ulrich.hoefert@lk-vbg.at.

 

 

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