Sehr gut besucht war der Natur im Garten Stammtisch mit Conrad Amber in Altstätten.
Conrad Amber führte uns durch das Gelände der Zünd Systemtechnik AG. Er legte im Frühjahr 2025 dort mit begrenztem Budget einen Wald auf 2000 m² Fläche mitten im Industriegebiet neu an. Dazu wurden verschiedene Großbäume aus dem näheren Umfeld von Altstätten verpflanzt. Darunter eine 12 Meter hohe Hainbuche, eine 10 Meter hohe Eiche, sowie 45 weitere Bäume mit beachtlicher Größe. Dazwischen fanden über 400 europäische Sträucher, ebenfalls aus der Region, ihre neue Heimat.
Die Verpflanzung der Großgehölze ist eine Herkulesaufgabe. Die optimale Bodenvorbereitung, teilweise in der Intensivbauphase des angrenzenden Fertigungsgebäude, nicht minder. Bis zu fünf Meter tief wurde der Boden ausgehoben und mit großen Steinen und darüber Flusskies in unterschiedlicher Körnung als Basis eingebaut. Darüber kam Erde und mehrere Fuhren Waldboden, um die Waldbiologie an den neuen Standort zu transferieren. Totholz, Wildstauden und sogar Brennnesseln wurden in großer Stückzahl gepflanzt, um einerseits ungewolltes Begehen zu vermeiden, andererseits eine möglichst naturnahe Begleitflora nachzubauen. Diese wird sich mit den Jahren selbst verändern.
Wir konnten uns überzeugen, dass das Experiment gut gelungen ist. Sogar die extreme Hitze der vergangenen Wochen überstanden die Gehölze gut, auch wenn die Gehölze alle paar Tage tiefgründig bewässert werden müssen.
Im zweiten Teil der Begehung führte und Conrad zum NANUGarten. Auf diesem Grundstück mitten im Industriegebiet produziert ein Team Gemüse für die Belegschaft der Firma Zünd. Schattenhallen für Fruchtgemüse und allerlei Gemüsebeete, viele davon mit Bewässerungen ausgestattet, waren zu sehen und mit verschiedensten Gemüsearten bestellt.
Zur Entwässerung einer feuchten Senke pflanzte Conrad einige Schwarzerlen, da diese große Mengen Wasser dem Boden entziehen. Mehrere Ahornbäume mit starken hitzebedingten Stammverletzungen regenerieren sich zu einem Hain gepflanzt. Starke Überwallungen der Wunden weisen auf den Überlebenswillen der Gehölze hin, die sonst der Säge zum Opfer gefallen wären.
